rheinische ART
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rheinische ART 02/2019

KURZ NOTIERT  

 Planet 58 Die Premiere ist gelungen. Die Ausstellung „Planet 58“ im K21, dem Haus der Gegenwartskunst der Kunstsammlung NRW, hatte einen fulminanten Auftakt. Gezeigt werden aktuelle Werke von 60 Absolventen der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Sie alle haben 2018 ihr Studium an der international renommierten Kunsthochschule abgeschlossen.

 

Planet 58 - Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf 2018, Installationsansicht im K21, Foto: Achim Kukulies © Kunstsammlung NRW


Kunstakademie und Kunstsammlung werden vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft der Nordrhein-Westfälischen Landesregierung betrieben. Dass die beiden Institute nun gemeinsame Sache machen, ist eine Premiere. Nicht jedem gefällt, dass die Absolventen damit im musealen Raum ausstellen, denn eigentlich spielt sich der Eintritt ins Künstlerleben in Kunstvereinen und Kunsthallen mit der Möglichkeit des Ausprobierens und Diskutierens ab.
     Das ist eine Debatte, die sicherlich noch geführt wird. Festzuhalten bleibt, dass die Schau nicht allein den jungen Künstlern gefällt. Das öffentliche Interesse ist groß. „Unsere Zusammenarbeit mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern war sehr inspirierend“, erklärte die Direktorin Susanne Gaensheimer: „Wir wurden in der Annahme bestätigt, dass das Studium an der Düsseldorfer Akademie Grundlage für eine hohe Qualität und eigenständige künstlerische Positionen ist.“
     Die im K21 bis zum 31.März 2019 geöffnete Schau nimmt das gesamte Untergeschoss des Ständehauses ein: Insgesamt rund 100 Arbeiten dokumentieren die aktuellen künstlerischen Positionen in ihrer gesamten Breite. Neben einer Vielzahl von Gemälden sind Skulpturen, Installationen, Fotografien, Grafiken, Videos und Performances zu sehen. „Die Kunstakademie Düsseldorf freut sich über diesen wunderbar erfolgversprechenden Auftakt einer intensiven Zusammenarbeit mit der Kunstsammlung. Wir würden uns freuen, wenn dies der Beginn einer neuen Tradition würde“, betonte Karl-Heinz Petzinka als Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie. ruwoi

 

 Hetjens - Deutsches Keramikmuseum Die großformatige Skulptur „Brillo Box con pappagalli“ des italienischen Bildhauer-Duos Bertozzi & Casoni ist im Hetjens Deutsches Keramikmuseum, Schulstraße 4, Düsseldorf, zu sehen.

 

Bertozzi & Casoni Brillo Box con pappagalli, 2016, Polychrome Keramik, 240 x 190 x 220 cm, ©Courtesy of the artist & BECK & EGGELING International Fine Art

 

Bis zum 24. März 2019 können Interessierte sich das Kunstwerk anschauen, das sich dem Betrachter als Stapel alter Pappkartons zeigt, in dem sich Papageien eingenistet haben. Tatsächlich besteht diese Plastik vollständig aus Keramik. Die „Brillo Box“, das ist soweit bekannt, mutierte als Medium von Andy Warhol weltweit zu einem Kunstobjekt mit Kultstatus.
     Das Künstlerduo Bertozzi & Casoni wurde 1980 von Giampaolo Bertozzi (*1957 in Borgo Tossignano) und Stefan Dal Monte Casoni (*1961 in Lugo di Romagna) gegründet. Sie studierten am renommierten "Instituto Statale d'Arte per la Ceramica di Faenza" und an der "Accademia di Belle Arti di Bologna" in Bologna. Seit mehr als 35 Jahren konzentrieren sich die beiden Künstler auf ihr bevorzugtes Material Keramik und arbeiten im italienischen Imola. rART

 

 MiQua – unter und über der Erde Das einzigartige Museumsprojekt MiQua, welches gemeinsam vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Stadt Köln realisiert wird, setzt mit seinem neu entwickelten Logo ab sofort ein Zeichen. Bisher ist das ungewöhnliche Kulturprojekt als „Archäologische Zone“ (mehr) auf und unter dem Rathausplatz bekannt.

 

MiQua-Logo © LVR


Oberbürgermeisterin Henriette Reker betont: „Das MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln wird nicht nur archäologisch, sondern auch architektonisch ein Kleinod der Kölner Museumslandschaft und der Via Culturalis im Herzen unserer Stadt. Mit dem Praetorium, dem mittelalterlichen jüdischen Viertel sowie dem Goldschmiedeviertel verdichtet und zeigt das MiQua 2000 Jahre Kölner Stadtgeschichte auf engstem Raum. Unter und über der Erde wird es spannende und faszinierende Einblicke geben, die sowohl die Kölnerinnen und Kölner aber auch Besucher aus aller Welt begeistern werden.“
     Auf der MiQua-Baustelle steht die nächste entscheidende Phase an: Die Sandentnahme der nach der Ausgrabung verfüllten Keller und Fundamente. Für die Archäologen ist das Absaugen des Sandes ein spannender Prozess, denn quasi unter Tage werden nun die Denkmäler freigelegt und konserviert.
     Der Architekt Wolfgang Lorch führt zum anstehenden Baufortschritt aus: „Bislang ist das MiQua für die Kölnerinnen und Kölner eher noch eine Vision. Dies ist aber auch keine normale Baustelle, da der größte Teil des Bauvorhabens sich unterirdisch vollzieht. Ab dem Frühjahr geht es auf Zero Level, das heißt auf Erdgeschossniveau mit dem MiQua aber stetig in die Höhe. Dann wird das Stahlskelett des Museums errichtet und MiQua wird Stück für Stück sichtbar und real!“
     Die Eröffnung des neuen Museums ist für 2021 geplant. ruwoi

 

Kulturförderung des Landes NRW Kommende Schwerpunkte der Stärkungsinitiative Kultur sind die Freie Musikszene, die Museen und der ländliche Raum. Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen: „Wir wollen der Kultur in Nordrhein-Westfalen neue starke Impulse geben. Dabei berücksichtigen wir alle Sparten und Bereiche, um der vielfältigen Kulturlandschaft gerecht zu werden.“ Und weiter: „Für diese Vielfalt sorgt insbesondere die ausgeprägte Freie Szene des Landes. Nach der Freien Szene der Darstellenden Künste wollen wir nun auch die Freie Musikszene stärken.“
     Unterstützung erfährt auch die wichtige Arbeit der Museen. Die Kunstsammlung NRW erhält wieder einen eigenständigen Ankaufsetat. 2018 beträgt dieser eine Million Euro und wird 2019 auf zwei Millionen Euro weiter erhöht. Ausrichtung und Ausbau der Sammlung können so längerfristig geplant werden. Die kommunalen Museen können ab 2018 mit einer Million Euro mehr, insgesamt also mit 1,5 Millionen Euro Landesmitteln für Ankäufe rechnen. Das betrifft auch den Ankaufsetat des Kunsthauses NRW Kornelimünster: 130.000 Euro mehr kommen 2018 dem Ausbau der dortigen Landessammlung zu Gute und fördern indirekt auch bildende Künstler im Land. Insgesamt stehen dann 200.000 Euro für Ankäufe zur Verfügung.

     In den Fokus rückt zudem der ländliche Raum. Verbesserte Infrastruktur und direkte Förderungen für Künstler sollen Nordrhein-Westfalen insgesamt als attraktives Lebens- und Arbeitsumfeld für Kulturschaffende profilieren. rART