rheinische ART
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rheinische ART 09/2018

KURZ NOTIERT

 Rissa zum 80. Geburtstag An der Düsseldorfer Kunstakademie war sie eine Institution. Fast 30 Jahre lang lehrte sie dort freie Kunst und prägte Generationen von Studierenden mit ihrer Erfahrung, ihrem Wissen und ihren Ideen.

 

Madame R. Copyright: FOTO/photoklaas

 

Die emeritierte Professorin und Künstlerin Rissa, bürgerlich Karin Götz, Ehefrau des 2017 verstorbenen Malers Karl Otto Götz, widmete ihr ganzes Leben der Kunst.

     Anlässlich ihres 80. Geburtstages zeigt der Kunstraum Gewerbepark-Süd, Hofstraße 64 in Hilden, bis zum 12. Oktober 2018 eine Jubiläumsausstellung. Präsentiert werden ausgewählte Werke sowohl von Rissa als auch Karl Otto Götz, einem der Hauptvertreter des „Deutschen Informel“. K.O. Götz war als einziger Deutscher von 1949 bis 1951 Mitglied der in Paris gegründeten, kunsthistorisch bedeutenden Künstlergruppe COBRA (mehr).

     Die Künstlerin wurde am 22. Juni 1938 in Rabenstein bei Chemnitz als Karin Martin geboren. Sie zog mit ihren Eltern 1953 in die Bundesrepublik Deutschland. Nach ihrem Abitur in Bochum studierte sie von 1960 bis 1965 an der Kunstakademie Düsseldorf bei K.O. Götz. Ihre Klassenkameraden waren unter anderen Konrad Fischer, Sigmar Polke und Gerhard Richter. 1965 heiratete sie ihren Lehrer K.O. Götz. Von 1969 bis 2007 lehrte sie unter dem Künstlernamen Rissa an der Kunstakademie Düsseldorf. rART

 

 Europäischer Gartenpreis Seit 2010 vergeben das Europäische Gartennetzwerk EGHN und die Stiftung Schloss Dyck in Jüchen den Europäischen Gartenpreis. Dieser hat sich zu einem wichtigen Element in der Arbeit des 2003 gegründeten Netzwerkes entwickelt, das das öffentliche Bewusstsein für das europäische Gartenerbe und zeitgenössische Gartenkunst stärken will und die internationale Zusammenarbeit fördert. Rund 190 Parks und Gärten in 14 Ländern haben sich inzwischen mit dieser Zielsetzung zusammengeschlossen. 2018 gingen je zwei Preise nach England und Deutschland und einer nach Griechenland.
     Mit der Vergabe des Preises für großräumige grüne Netzwerke und Entwicklungskonzepte würdigt der Europäische Gartenpreis die konsequente Fortführung einer fast 100jährigen Pionierleistung, nämlich die Ergänzung des Inneren Grüngürtels in Köln durch die Parkstadt Süd mit ihrem innovativen Freiflächenkonzept.
     Mit dem Europäischen Kulturerbejahr 2018 und dank der Förderung des Projektes AWARDING HERITAGE durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch die beiden nordrhein-westfälischen Landschaftsverbände (LVR und LWL) wurde der Europäische Gartenpreis um zwei neue Kategorien ergänzt: Die königlichen botanischen Gärten in Kew und Wakehurst bei London gewannen dank ihrer langjährigen, herausragenden Leistungen in der Botanik und Gartenkunst den erstmals vergebenen Preis für „Gartenkulturelles Erbe in Europa“ und für die beste Entwicklung einer für das europäische Kulturerbe bedeutenden Kulturlandschaft wurden das Lausitzer Seenland und das Biosphärenreservat Spreewald gemeinsam mit dem ersten Platz ausgezeichnet. rART
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 Blinky Palermo Als Hommage zum 75. Geburtstag des Künstlers. Ein Raum für Blinky Palermo (1943-1977) im Kunstmuseum Bonn.

 

Blinky Palermo Dokumentation Zu 'Blau/Gelb/Weiss/Rot', Wandmalerei Treppenhaus Edinburgh College Of Art, 1970. Erworben 1980 mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Für Blinky Palermo (mehr) beschränkte sich Malerei nicht nur auf Bildgestaltung. Sie sollte auch in der Lage sein, die Struktur von Wänden und Räumen zu reflektieren und dort Akzente zu setzen. Vom Ende der 1960er-Jahre bis 1973 entstehen daher in Galerien und Ausstellungshäusern erste Wandmalereien beziehungsweise Wandzeichnungen, die als zeitlich begrenzte Interventionen später überstrichen wurden.
     Deshalb ist die Dokumentation der raumbezogenen Arbeiten, die Palermo mit Unterstützung von Tünn Konerding angelegt hat und die sich seit Anfang der 1980er-Jahre im Besitz des Kunstmuseums befindet, so bemerkenswert. Anhand von 49 Bildtafeln, die Zeichnungen, Farbmuster und Dokumentarfotos umfassen, lässt sich Palermos Auseinandersetzung mit den vorgegebenen Raumsituationen nachvollziehen. Eine Auswahl von Arbeiten aus diesem bedeutenden Werkblock wird bis Anfang Oktober in Bonn gezeigt. rART


Ankauf Das "Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey", das Otto Dix als eines seiner bedeutendsten Porträts geschaffen hat, gehört jetzt der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Damit kehrt Johanna Ey auf Dauer an die Stelle zurück, wo sie zunächst in der Nähe der Kunstakademie eine Backwarenhandlung betrieben hat und nach dem Ersten Weltkrieg in ihrer Galerie "Junge Kunst – Frau Ey" künftig bedeutende Künstler um sich scharte (mehr). Hier wurde "Mutter Ey" zur Förderin nicht nur von Otto Dix oder Max Ernst. Sie unterstützte auch zahlreiche weitere, meist mittelose Akademiestudenten, was sie zur meistgemalten Frau der damaligen Jahre machte.

     Bisher war das 1924 in Düsseldorf entstandene Ey-Porträt lediglich als Leihgabe aus Privatbesitz in der NRW-Landesgalerie zu sehen, zuletzt auch im Frühjahr 2017 in der von rund 100 000 Gästen besuchten Ausstellung Otto Dix – der böse Blick (mehr). Der Erwerb des Werkes ist jetzt dank der Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, der Ernst von Siemens Kunststiftung sowie der Kulturstiftung der Länder möglich geworden.
     Dix' Portrait der Kunsthändlerin zeigt die schonungslose Analyse eines Menschen und gleichzeitig, wie kraftvoll die Farbgebung eine Person charakterisieren kann. Von der Ausstattung her verschaffte der Künstler seiner Galeristin einen großen Auftritt in der Tradition barocker Herrscherportraits. Der Szenerie mit wallend gebauschtem rotem Vorhang und violetter spanischer Robe widerspricht die bäuerliche Bodenständigkeit der fülligen Person mit ihren derben Händen und dem durchdringenden Blick. rART

 

 Interimsquartier für das Römisch-Germanische Museum: Anfang Juli hat der Rat der Stadt Köln beschlossen, dass das Römisch-Germanische Museum während der Generalsanierung des Museumsbaus am Roncalliplatz in das Belgische Haus, Cäcilienstraße 46 / Kronengasse 2-4, Köln-Innenstadt, zieht. Es wird ab 1. Januar 2019 als Interimsquartier angemietet.

 

Das Römisch-Germanische Museum vom Roncalliplatz aus. Foto: Römisch-Germanisches Museum / Rheinisches Bildarchiv Köln


Das Belgische Haus bietet die Möglichkeit, alle wesentlichen Funktionen des Museums – Museum, Bodendenkmalpflege, Bibliothek, Inventarisation, Studiensammlung, Restaurierung, Ortsarchiv, Verwaltung – an einem Standort einzurichten, teilt die Stadt mit. Auf rund 1.000 Quadratmetern kann eine großzügig angelegte Ausstellung zu den wichtigsten Themen der antiken Stadtgeschichte Kölns präsentiert werden. Im Erdgeschoss sollen vor allem Exponate zur römischen Archäologie gezeigt werden, im ersten Obergeschoss ausgewählte Kostbarkeiten aus den Schmucksammlungen des Römisch-Germanischen Museums, darunter Zeugnisse der weltweit bedeutendsten Sammlung antiker Gläser. Im Erdgeschoss des Belgischen Hauses wird eine Fachbibliothek eingerichtet, im ersten Obergeschoss ist der große denkmalgeschützte Hörsaal für unterschiedliche Kulturveranstaltungen geeignet.
     Das Römisch-Germanische Museum wurde 1974 über dem Fundort des weltberühmten Dionysos-Mosaiks eröffnet. Nach mehr als 44 Jahren erfolgreichem Museumsbetrieb mit über 20 Millionen Besuchern aus der ganzen Welt bedarf das Museum, das 2016 zum Baudenkmal erhoben wurde und archäologische Schätze aus mehr als 100.000 Jahren Menschheitsgeschichte des Rheinlandes und der römischen bis frühmittelalterlichen Stadtgeschichte zeigt, einer grundlegenden Sanierung. rART

 

Starkes Interesse Insgesamt 230.000 Besucher sahen den „jungen“ Tintoretto in den Ausstellungen des Kölner Wallraf Richartz-Museums und des Pariser Musée du Luxembourg.

 

Jacopo Tintoretto Joseph und Potiphars Weib, Öl auf Leinwand, 54 x 117 cm, Museo Nacional del Prado, Madrid. Foto: © Museo Nacional del Prado. Madrid Fotoquelle Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud 2017


Am 1. Juli 2018 endete in Paris die im letzten Winter bereits in Köln gezeigte Tintoretto-Ausstellung. Exakt 133.256 Besucher sahen im Musée du Luxembourg die am Wallraf von Roland Krischel konzipierte Schau. Unter dem Titel „Tintoretto – A Star was Born“ (mehr) hatte die Ausstellung zum 500. Geburtstag des venezianischen Renaissance-Malers Jacopo Tintoretto 95.746 Besucher an den Rhein gelockt. Im Anschluss zog die Jubiläums-Schau nach Paris weiter, wo sie im ältesten Museum Frankreichs unter dem Titel „Tintoret – Naissance d’un génie“ (Tintoretto – Geburt eines Genies) lief.

     Im internationalen Reigen der Tintoretto-Festivitäten hatte das Wallraf die ‚pole position‘. Erst im kommenden Herbst geht Venedig selbst an den Start. Am dortigen Deutschen Studienzentrum fand im letzten März ein Vortrag über die wissenschaftlichen Ergebnisse der Kölner Schau statt. Anwesend waren auch die Kuratoren der Gallerie dell’Accademia und des Dogenpalasts. An den dortigen Tintoretto-Ausstellungen ist das Wallraf mit Leihgaben wie wissenschaftlichen Schriften beteiligt. rART

 

 Manifesta 12 Die europäische Biennale macht in diesem Jahr in Palermo Station. Unter dem Motto «The Planetary Garden. Cultivating Coexistence» hat die Kunst die Stadt fest in ihren kreativen Griff genommen. Die herausragenden Themen sind Migration, Technik und Natur.

 

Foto © Katharina Sieverding


Auch der Verein Düsseldorf-Palermo engagiert sich und macht auf die Ausstellung „Sieverding – Palermo“ der Düsseldorfer Künstlerin Katharina Sieverding im „Haus der Kunst“ in Palermo aufmerksam.
      Stadtentwicklung, öffentlicher Raum, Migration und Integration sind die Kernthemen, die Sieverding seit mehr als vierzig Jahren umtreiben. Politische Statements im Großformat sind ihr Markenzeichen. Erstmalig sind in Palermo vierzehn Arbeiten im Plakatformat aus den Jahren 1969 bis 2018 zu sehen. Im „Haus der Kunst“ sind die Digitaldrucke direkt auf den Putz im Innen- wie im Außenraum angebracht. Die Arbeit „Am falschen Ort“ zeigt eine Bildmontage des Flüchtlingslagers Zaatari nahe der syrischen Grenze, bewohnt von circa 200.000 Geflüchteten, und das schematische Bild von zwei russischen Soldaten, die ein Kampfflugzeug mit einem Sprengkörper beladen. Beide sind ursprünglich Pressefotografien. Schriftzug und Titel des Werks „Am Falschen Ort“ sind dem Titel der Autobiografie von Edward W. Said entlehnt, dem geistigen Vater des Postkolonialismus. rART