rheinische ART
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rheinische ART 02/2017

KURZ NOTIERT

 Wettbewerb Außenskulpturen Im Sommer 2017 wird es erneut eine Ausstellung im Skulpturenpark Katharinenhof in Bonn Bad Godesberg geben. Vom Verein TheRhineArt e.V., der von Konrad und Anne Beikircher initiiert wurde, ist der TheRhinePrize 2017 ausgeschrieben worden. Bewerben können sich Bildhauer und andere Künstler mit ihren Außenskulpturen bis zum 30.03.2017. Der Veranstalter gibt keine Altersbegrenzung vor, setzt aber ein abgeschlossenes Kunststudium voraus. Sich bewerbende Studenten müssen sich im Abschlussjahr befinden. Das Konzept sieht vor, circa 20 – 30 Arbeiten auszustellen. Über die Bewerbungen entscheidet eine Jury, der unter anderen Oliver Kornhoff, Direktor Arp Museum, Walter Smerling, Stiftung für Kunst und Kultur, Markus Lüpertz, Jürgen Klauke und Klaus Honnef angehören. Die Vernissage ist für Mitte Juni 2017 vorgesehen.
     Ausgelobt ist ein Preisgeld von 8000 Euro sowie ein Publikumspreis. Bewerbungsunterlagen sind ausschließlich mit der Post zu senden an: TheRhineArt e.V., c/o Anne Beikircher, Katharinenhof, Venner Strasse 51, 53177 Bonn. rART  

 

 Phänomen Pilgern Seit dem Mittelalter zählt Köln zu den bedeutenden Pilgerzentren. Bis heute kommen Gläubige zu den Reliquien der Heiligen Drei Könige und der Heiligen Ursula. Gleichzeitig reisen Tausende Kölner zu Pilgerorten auf der ganzen Welt.
     Warum brechen jedes Jahr Millionen von Menschen zu Pilgerstätten weltweit auf? Wie kommt Eau de Cologne in die senegalesische Pilgerstadt Touba? Warum pilgern Muslime und Hindus in den indischen Ort Ajmer? Was suchen Anhänger von gleich vier Religionen in eisiger Höhe am Berg Kailash in Tibet? Antworten auf diese Fragen gibt die Sonderausstellung „Pilgern – Sehnsucht nach Glück?“ im Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt in Köln. In Szene gesetzt sind 14 Pilgerstätten aus der ganzen Welt.

 

Pilger an einem Fotostand nahe der Basilika von Guadalupe, Mexiko-Stadt. Auch in der Ausstellung können die Besucher ein „Pilger-Selfie“ zur Erinnerung aufnehmen. Foto: RJM, 2015


Pilgern ist auch ein großer Wirtschaftsfaktor. Neben den 14 Pilgerorten greift die Ausstellung unter anderem relevante spirituelle, wirtschaftliche, logistische, politische und ökologische Aspekte des Pilgerns auf. So spielt beispielsweise an vielen Orten unterschiedlicher Glaubensrichtungen heiliges Wasser eine große Rolle, für das indische Tirumala sind die Haaropfer der Pilger eine wichtige Einnahmequelle - weil in Hollywood unverzichtbar für die Haarverlängerungen der Stars. Eine komplexe Logistik ist hingegen erforderlich, um im indischen Allahabad 120 Millionen Pilger während des Kumbh-Mela-Festes zu versorgen und in Jerusalem regelt ein ausgeklügeltes System von Zuständigkeiten und Rechten den Zugang zu den heiligen Stätten der drei abrahamitischen Religionen. In Mexiko wiederum bedrohen die Interessen von Minengesellschaften die 140.000 Hektar große heilige Landschaft der Huichol...
     Die Schau im Rautenstrauch-Joest Museum ist bis zum 9. April 2017 zu sehen. ruwoi

 

 Wassily Kandinsky Bei seinen Lebensstationen spielte das Rheinland keine Rolle. Moskau, München, Murnau, danach das legendäre Dessau mit dem Bauhaus und schließlich der Lebensabend als Emigrant in Neuilly bei Paris – Wassily Kandinsky (1866 - 1944), dessen 150. Geburtstag sich am 16. Dezember 2016 jährte, hat dennoch Spuren ganz eigener Art im Rheinland hinterlassen.

 

 

Der Parfüm-Flacon von Wassily Kandinsky, entwickelt 1912 für das Unternehmen Farina in Köln. Foto © Farina1709/Duftmuseum

 

Der russische Teehändlersohn, der als einer der Väter der abstrakten Kunst in die Geschichte eingegangen ist, entwarf 1912 für die älteste Parfümmanufaktur der Welt, das Kölner Unternehmen Farina gegenüber dem Jülichsplatz (mehr), einen Parfüm-Flacon. Da gab es die bahnbrechende Designerschule des Bauhauses (mehr) noch nicht, sie wurde erst zehn Jahre später gegründet. Dennoch lassen Form und Ausdruck des Farina-Flacons erahnen, was den studierten Juristen und Ethnologen aus Moskau, der erst mit gut dreißig Jahren zur Kunst fand, bereits zu dem Zeitpunkt umtrieb.
     Erstaunlich ist nicht so sehr die Tatsache, dass der Expressionist Kandinsky hier als Designer auftrat. Vielmehr lässt in wirtschaftshistorischer Betrachtung aufhorchen, dass mit Johann Maria Farina ein höchst traditionsreicher Produzent, nämlich der des originalen „Eau de Cologne“ und schon damals weltweit sein „Kölnisches Wasser“ vertreibend, mit den bedeutenden Künstlern des beginnenden 20. Jahrhunderts zusammen arbeitete. Heute nennt man das Kreativwirtschaft.
     Kandinsky hatte seinen Flacon-Entwurf für das Familienunternehmen, das 2009 sein 300jähriges Bestehen zelebrierte, mit anderen Künstlern seines Umfeldes, darunter Mitglieder der Künstlervereinigung Der Blaue Reiter (mehr) wie die Avantgarde-Maler August Macke aus Bonn und Franz Marc, eingereicht. Impulse für Farinas Aufforderung, eine Duftflasche zu entwerfen, könnten aus einer Exposition im Kölner Gereonsklub stammen, einer bis 1913 existierenden avantgardistischen Künstlervereinigung in der Domstadt. Diese hatte 1912 als einer der ersten Kunstklubs die Wanderausstellung „Die Erste Ausstellung der Redaktion Der Blaue Reiter“ präsentiert. Sowohl für die Ausstellung als auch den gleichnamigen Almanach zeichnete Kandinsky als Mitbegründer. cpw