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rheinische ART 03/2010

Archiv 2010: aus "Kunst erleben in der Ausstellung..."

 

Ulrich Rückriem: Zeichnungen und Skulpturenmodelle

 

Der Künstler und die Universität

 

Farbigen Vögeln gleich kreisen die Figurationen an der Wand. Bestechend klar in ihrem Ausdruck scheinen sie in ihrem grafischen Minimalismus ein Eigenleben zu besitzen. Der Betrachter kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie gleich wirklich fliegen werden.

Teil des Wandgemäldes in der Ruhr-Uni Bochum

Ulrich Rückriem hat ein eindrucksvolles Wandbild im Veranstaltungszentrum der Ruhr-Universität Bochum geschaffen. Verpassen kann der Besucher dieses nicht, denn er läuft am Eingang direkt darauf zu und ignorieren ebenfalls nicht, denn es ist einfach schön. Die Ästhetik des Bildes ist äußerst präsent. Automatisch steht die Frage im Raum: Sind sie, die Figurationen, wirklich von ihm, Ulrich Rückriem? Als zeitgenössischen Bildhauer kennt man ihn, als maßgeblichen deutschen Künstler der Gattung Skulptur, dessen Arbeit im Bereich Minimal-Art und Konzeptkunst richtungweisend ist. Seine Steinskulpturen finden international Beachtung und fehlen in keiner bedeutenden Sammlung. Schon früh bestritt er Einzelausstellungen an den namhaftesten Kunstorten dieser Welt und – seine Arbeiten sind eigentlich tonnenschwer.  

   Die „Vögel“ hingegen sind pure Leichtigkeit. Und doch stehen sie im Kontext zu seinen Steinarbeiten, denn die entwickelten Figurationen sind die konsequente Weiterentwicklung seines grundlegenden künstlerischen Themas: die systematische Teilung von Volumen oder Flächen., von Weglassen und wieder Zu(sammen)fügen. Insidern der Branche sind seine Figurationen, meist auf Transparenzpapier gezeichnet, durchaus bekannt. Treffend ist der Zusammenhang zwischen Skulptur und Zeichnung auf der Homepage der Tate London nachzulesen. Dort wird in der Biografie des Künstlers vermerkt, frei übersetzt: „ ... Rückriem gestaltet Skulpturen für öffentliche Plätze. Seine Konzepte einer ´öffentlichen Kunst` erweisen sich als äußerst einflussreich. Er perfektionierte die innovative Technik des Spaltens und erneuten Zusammensetzens, wobei er seine geometrischen und rationalen Strukturen stets vor dem Hintergrund einer natürlichen Formensprache sieht. Ähnliche Ansätze lassen sich in seinen Zeichnungen erkennen, in welchen er die aus seinen Skulpturen bekannten Prozesse auf einfache geometrische Strukturen anwendet.“

 

 

 

 

Ein erster Blick in das Archiv des Künstlers

   Dass die Wandarbeit in Bochum entstand, ist kein Zufall. Bereits 2008 übergab Ulrich Rückriem, der in Köln und London lebt, sein Archiv den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität. Sicherlich gibt es Stimmen, die die Ansicht vertreten, dass ein Künstlerarchiv eigentlich in ein Museum gehört. Doch Rückriem wählte einen anderen Weg und übergab seines der Universität.

   Ein nachhaltiger Schritt, denn hier steht sein Lebenswerk den Forschenden offen, hier wird seine Kunst für viele Studentengenerationen ganz praktisches Studienobjekt sein und sicherlich zahlreiche Betrachtungen und Veröffentlichungen darüber niedergeschrieben werden. Rückriem, der selbst an den Kunsthochschulen in Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg unterrichtete, weiß um den Vorteil und das Privileg für Studenten, nah an Originalwerken arbeiten zu können.

 


Farbige Figurationen, entwickelt auf Pergamentpapier

   Das Archiv veranschaulicht mit seinen Beständen seinen bildhauerischen und zeichnerischen Schaffensprozess. Bedeutend sind rund 20 Skulpturen-Modelle, die eindrucksvoll die Konzeption großer Skulpturen-Gruppen vor Augen führen. Die beschlossene Kooperation mit den „Skulpturenhallen Ulrich Rückriem“ in Sinsteden/Rommerskirchen im Rhein-Kreis Neuss ist deshalb schlichtweg Sinn machend.   

   Andere haben schon vor Rückriem den Weg an die Universität für richtig befunden. Die Kunstsammlungen der Ruhr-Uni, 1975 gegründet und dem Kunstgeschichtlichen Institut zugeordnet, sind u.a. durch die privaten Stiftungen der Sammler Albert Schulze-Vellinghausen und Paul Dierich geprägt worden. Die Sammlung umfasst Werke von so klingenden Namen wie Albers, Giacometti, Beuys, Caro, Fontana, Twombly und Fruhtrunk. Ebenfalls vertreten sind Graubner, Serra, Richter, Uecker u.a.m.

 

Entwicklung von Schwarz / Weiß-Figurationen auf Pergamentpapier

Im Campusmuseum auf dem Bochumer Unigelände ist die Ausstellung „Zeichnungen und Skulpturenmodelle“ mit einem ersten Einblick in das Archiv Ulrich Rückriem zu sehen. Ergänzt wird diese mit aktuellen Zeichnungen des Künstlers zum Thema „Figurationen“.

Irmgard Ruhs-Woitschützke

 


bis 11. April 2010

Campusmuseum Sammlung Moderne 

Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum  

Universitätsstr. 150 - Forumsplatz, 44801 Bochum

Tel. 0234 / 32-26782

 


Fotos: ruwoi

©www.rheinische-art.de


 

 


 

 

 

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