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rheinische ART 11/2010

Archiv 2010: aus "Architektur"


West Arch – A new Generation in Architecture

 

Villa Welpeloo in Enschede/Niederlande von 2012 Architecten (2005-2009). Das Wohnhaus besteht zu 70% aus recycelten Industrie-Reststoffen, die Tragstruktur aus Stahlprofilen einer alten Textilmaschine

Wilde junge

Architektur

 

Man könnte sie die Informellen der Architektur nennen. Abseits der traditionellen Baukunst existiert eine kreative Architekturszene, deren experimenteller und unkonventioneller Umgang mit Material und Formen verblüfft. Konsummüll sowie vermeintlich wertloser Abfall und verlebte industrielle Massenprodukte – verarbeitet in zukunftsweisende Ideen sind sie Basis neuer, faszinierender Möglichkeiten des Bauens.

 

 

DAS AACHENER Ludwig Forum reflektiert in einer facettenreichen Momentaufnahme den Stand dieser Kreativen anhand von Arbeiten aus 25 belgischen, deutschen und niederländischen Architekturbüros. Neben einigen renommierten Schwergewichten der Branche präsentieren sich vorwiegend die kleinen, experimentierfreudigen, sogenannten „jungen“ Planungsbüros, in denen neben Architekten auch Designer, Bildhauer, Maler oder Musiker tätig sind und deren Entwürfe nicht selten als echte „Hingucker“ angesehen werden können.

 "wedding chapel" (The Hague, 2009) von DUS Architects, Amsterdam

Vorgestellt werden zahlreiche Bauideen, neue Strategien und Visionen sowie bereits realisierte Projekte. Dabei stehen Aspekte der Neu- und Umnutzung im Vordergrund, wobei diese sich nicht allein ökologisch und ökonomisch bewähren sondern auch eine neue Ästhetik liefern sollen. Einfache Zweitverwertung von Material und Raum am Bau also, so könnte man meinen – doch steht hinter dieser Architekturrichtung mehr: ein verändertes Bewusstsein und neue architektonische Handlungs- und Denkweisen. Dies wird an gezeigten Entwürfen und Modellen der Aussteller deutlich.

"Temporäres Museum" anlässlich der Jubiläumsausstellung des FC St. Pauli 2010 in Hamburg. Das Gebäude aus Seecontainern stammt von dem Kölner Architekturbüro Komma4 Architekten

   So stammt etwa von den Rotterdamer Nachwuchsarchitekten des Büros „2012“ ein Einfamilienhaus, das im Wesentlichen aus recycelten Materialien besteht. Und bei der Amsterdamer Ideenschmiede DUS Architects gilt die Devise: „Konstruiere gesellschaftlich Wertvolles aus wertlosem Zeug“. Nicht die klassische Moderne ist hier gefragt, sondern das Bauen kostengünstiger „nachhaltiger“ Wohnkörper, die soziale Erfordernisse nicht außer Acht lassen und bei denen die Relikte der Überflussgesellschaft zu billigem Baumaterial avancieren. Ein aufblasbares Partyzelt mit ungewöhnlichem Design hat das Wuppertaler Planungstrio „Lobomob“ entworfen, dessen wichtigstes Geschäftsfeld sogenannte hochmobile Gebäudestrukturen bilden. Bemerkenswert ferner das belgische Baubüro V-plus. Im Jahre 2008 hatten es spektakulär mit dem aus über 30.000 leeren Bierkästen bestehenden „Pavillon des zeitweiligen Glücks“ (Pavilion of Temporary Happiness) nahe des Brüsseler Atomiums an den fünfzigsten Jahrestag der Weltausstellung erinnert und damit Furore gemacht.

   Museumsdirektorin Brigitte Franzen betont, dass sich die junge Architektur-Generation an der bildenden Kunst orientiere. In diesem Sinne bietet das die Ausstellung begleitende umfangreiche Rahmenprogramm viel Raum für vertiefende Diskussionen über experimentelle Architektur und Kunst. Angekündigt sind Vorträge, Workshops, Podiumsdiskussionen, Filmprojektionen und Vorlesungen. Einen festen Platz im Veranstaltungsreigen hat der „Arch-Talk“, bei dem Architekturstudenten jeden Samstag mit Forum-Besuchern diskutieren wollen.

Klaus M. Martinetz


Das Ludwig Forum und das Architekturbüro modulorbeat – ambitious urbanists & planners kuratieren die Ausstellung. Sie wird gefördert von der Landesinitiative Stadtbaukultur.

 

Teilnehmende Büros

Belgien:
Anorak/Brüssel; Lab[au] Brüssel; low architecten/Antwerpen; NU architectuuratelier/Gent; Office KGDVS/Brüssel; rotor/Brüssel; URA Architects/Brüssel; V-plus/Brüssel.
Deutschland:
BeL/Köln; FAR Frohn&Rojas/Köln; Komma4 Architekten/Köln; lobomob/Wuppertal; modulorbeat/Münster; one five day/Düsseldorf; Studyo Architects/Köln.
Niederlande:
2012 Architecten/Rotterdam; Anne Holtrop/Amsterdam; Artgineering/Rotterdam; DUS Architects/Amsterdam; NEXT architects/Amsterdam; pasel.künzel architects/Rotterdam; Powerhouse Company/Rotterdam; space&matter/Amsterdam; STAR strategies + architecture/Rotterdam; ZUS (Zone Urbaines Sensibles)/Rotterdam.


Ausstellungsdauer
12.09.2010 – 14.11.2010

Ludwig Forum für internationale Kunst
Sammlung Ludwig
Jülicher Straße 97-109
52070 Aachen
Tel. 0241 – 1807-103

Öffnungszeiten
DI, MI, FR 12 - 18 Uhr
DO 12 - 20 Uhr
SA, SO 11 - 18 Uhr

 

Fotos: Ludwig Forum Aachen


©rheinische-art.de

 

 


 

 

 

FRANK BAUER 

Die Gelassenheit

der Dinge

Foto: Ausschnitt Flaschen,

Öl auf Leinwand, 2017

 

17.11.2017 - 13.01.2018

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